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Pledoye für aynı logişı unt ökonomişı Rehtşraybung nah türkişem Forbilt

Einer meiner Türkischlehrer in Deutschland pflegte gebetsmühlenartig zu wiederholen: Türkisch ist die einfachste Sprache der Welt. Ich spreche außer Deutsch und Englisch keine andere wirklich gut, so dass ich das schwer beurteilen kann, aber was definitiv stimmt: Das Türkische ist dem Deutschen in Punkto Regelmäßigkeit, Logik und Schriftbild weit voraus. Das liegt unter anderem daran, dass Atatürk bei seiner Sprachreform und dem Wechsel von arabischen zu lateinischen Buchstaben Sprachwissenschaftler aus der ganzen Welt versammelt hat, um die türkische Sprache so einfach und logisch wie möglich zu gestalten. Das Ergebnis beeindruckt mich zutiefst und ich finde, es wird Zeit für eine neue Rechtschreibreform der deutschen Sprache nach türkischem Vorbild. Das wird sowohl unseren Kindern im Deutschunterricht als auch den Einwanderern in den deutschen Sprachkursen einigen Ärger ersparen.

Beginnen wir damit, dass unser Alphabet Buchstaben beinhaltet, die föllig unnötig sind. W zum Beispiel. Das Türkische zeigt, dass V und F völlig ausreichen. Hier wird das V nämlich immer wie ein deutsches W ausgesprochen und nie wie ein F. Nur logisch. Schließlich fliegen am Himmel ja Fögel und keine Wögel. Also schaffen wir das W einfach ab. Dasselbe gilt für X, das ja eigentlich nur ein /ks/ darstellt. Auch das schaffen wir ab und kommen so um die Demütigung herum, dass vir immer ferzveifelt ein Vort suchen, das mit X anfängt und nicht Ksylophon ist. Auf diese Veise können vir uns auch des Qs entledigen – denn eigentlich is es ja nur ein /ku/.

Statt dieser unnötigen Möchtegern-Buchstaben sollten vir uns ein paar virklich vichtige aus dem Türkischen abgucken. Dieses Sch ist doch eine Kual, so evig lang und dann auch noch so leicht mit dem Ch zu fervechseln. Vie elegant ist dagegen das türkische Ş, allein schon optiş. Auch für das deutşe Dehnungs-H hält das Türkişe einen mehr als gleichvertigen Ersatz bereit: das weiche yumuşak-Ğ, das auch andere Dehnungskonstruktionen wie das ie unnötig macht. Jenes Ğ bringt zudem den großen Forteil mit sich, dass das H das Ch ersetzen kann, veil man es als /h/ nur am Wortanfang brauht. Ebenso praktiş ist das Ç, das ganze fir Buhştaben überflüssig maht: /tsch/. Der allerunnötigste Buhştabe ist natürlih das ß, das wir ebenfalls komplett aus der Şprahe ferbannen sollten. Bleibt jedoh zunähst diğ Şviğrigkeit der Unterşeidung zvişen şarfem Şlangen-S und weihem Bienhen-S. Ganz einfah: S ist ab sofort immer şarf, das weihe S wird durh Z abgebildet, da das deutşe Z ja eigentlih nur für /ts/ steht – vas man ja auh zo şreiben zollte, viğ man es şpriht, das ist ja voğl tsumutbar. Doppel-S ist demnah ebenfalls unnötih.

Ziğt doh şon fil beser aus! Bleibt nur noh das Problem mit diğsen komişen Diphtongen, für diğ uns diğ Velt belähelt. Das läst zih gants einfah lözen: /ay/ hört zih şliğslih glayh an viğ /ei/, /oy/ viğ /eu/ und /öy/ viğ /äu/, oder? Kaum ayn Unterşiğd!

Den vihtihsten türkişen Buhştaben habe ih aber noh gar niht erväğnt: das ı (oğne Punkt). Es ist ayn unbetontes E, viğ am Ende der Vörter „Kappe“ oder „Tanne“, das aber auch im Anlaut forkommt (bıgrüsın, bışlagnağmın) und überhaupt seğr präzent ist. Tsuletst müsın vir noh aynı der unlogişsten Aygenhaytın des Doyçın ausmertsın: Berg şprehın vir /berk/ aus, aber Berge zo viğ vir es şraybın. Das liğgt daran, das vir vayhı Konzonantın am Vortendı automatiş hart ausşprehın. (Hätte ih in der Uni beser aufgıpast, könnte ih das mit noh meğr Fahvörtern erklärın; ih glaube, das var vas mit Plozivın oder zo…) Vayterıs Bayşpiğl: tsvay Hundı, aber ayn Hunt, kları Sahı. In der türkişın Şprahı şraybt man allıs zo, viğ man es şpriht: Auh Fremtwörter, diğ aus anderın Şprahın übernommın verdın, verdın „ayngıtürkt“, tsum Bayşpiğl akuaryum, köri, aksesuar oder şnitsel.

İh hoffı, ih konntı oyh übertsoygent demonstriğrın, viğ vunderbar logiş unt ökonomiş diğ türkişı Rehtşraybung ist. İh findı jedenfalls, siğ solltı ayn Forbilt für künftigı doytçe Rehtşraypreformın zayn. Natürlih gibt es noh aynigı vaytırı Ferbeserungsmöglihkaytın, aber für den Anfang zoll das genügın. İst jedenfalls ayn doytlih zinnfollırıs Anliğgen als vegın der fermayntlihın İslamiziğrung des Abentlandıs rumtsuhoylın.

Published inErasmus in Istanbul