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Die schönsten Ecken Istanbuls

Ich bin schon seit einer Weile wieder in Deutschland. Doch Istanbul ist inzwischen so ein beliebtes Ziel für Deutsche geworden, dass ich ständig Leute treffe, die bald dorthin reisen werden. Da sie mich dann natürlich sofort nach Tipps fragen, was man dort gesehen haben muss, mache ich mir es etwas einfacher und habe diese Liste erstellt, auf die ich zukünftig verweisen kann. Vielleicht ist sie aber auch für mir unbekannte Menschen, die über meinen Blog stolpern, interessant. Und macht dem ein oder anderen vielleicht sogar Lust auf eine Reise in diese besondere Stadt.

Das Café am Kız Kulesi (Üsküdar)

Der Kız Kulesi (Leanderturm/Maiden’s Tower) ist wohl eins der meistfotografierten Objekte in Istanbul. Dabei ist er gar nicht so besonders. Er steht nur an einem fantastischen Ort, nämlich vor der asiatischen Seite mit der historischen Altstadt im Hintergrund. Man kann mit einem Boot zu ihm fahren, dort essen gehen und dafür einen riesigen Batzen Geld ausgeben. Oder man setzt sich in Üsküdar ans Ufer und hat die gleiche Aussicht. Dort gibt es nämlich ein Café, das Polster auf die Stufen gelegt hat. Mein absoluter Lieblingsort in Istanbul.

Sonnenuntergang in Üsküdar.
Sonnenuntergang in Üsküdar.

Das Sapphire-Hochhaus (Eski Büyükdere Caddesi 1, Beşiktaş)

Einen wirklichen Eindruck von der Größe Istanbuls bekommt man erst auf dem höchsten Gebäude der Stadt. Bis zum Horizont erstreckt sich die Stadt und es ist kein Ende in Sicht. Es lohnt sich, zusätzlich zum Eintrittspreis einen der teuersten Çays der Stadt zu trinken (der für deutsche Verhältnisse natürlich immer noch sehr erschwinglich ist), um die Aussicht auf sich wirken zu lassen.

Blick vom höchsten Wolkenkratzer Istanbuls, dem Sapphire (261 m).
Blick vom höchsten Wolkenkratzer Istanbuls, dem Sapphire (261 m).

Der Pub Arsen Lüpen (Mis Sokak 15, Beyoğlu)

Es gibt unendliche viele Bars und Klubs in Beyoğlu und im Sommer ist jede Dachterasse ein Erlebnis. Unabhängig von der Jahreszeit immer ein Bier wert ist der Pub Arsen Lüpen, der versteckt im Obergeschoss liegt. Dort wird ständig Live-Musik geboten (Ska, Jazz, Alternative), manchmal stehen auch Poetry Slams auf dem Programm.

Alle größeren Moscheen

Wenn ihr an einer größeren Moschee vorbeikommt, geht hinein (es sei denn, es ist gerade Gebetszeit). Verhaltet euch natürlich respektvoll und haltet euch an die Regeln (Schuhe aus, Frauen mit Kopfbedeckung, keine kurze Kleidung), dann hat normalerweise niemand etwas gegen eure Anwesenheit. Die Architektur ist meistens sehenswert und die Stimmung wunderbar andächtig. Setzt euch in eine Ecke und genießt die Stille und die Ruhe vom Trubel auf den Straßen.

Erste von einer Frau designte Moschee.
Die erste von einer Frau entworfene Moschee Sakirin in Üsküdar.

Kadıköy

Kadıköy ist das alternative Viertel Istanbuls. Hier gibt es Street Art, vegane Restaurants und Cafés, in denen man nur bezahlt, was es einem wert war (Komşu-Caféö Uzun Hafız Sokak 83a). Es geht alles sehr liberal zu: Nur wenige Frauen tragen Kiopftuch und es gibt viele Bars.

Das Café Pierre Loti (Eyüp)

Oberhalb des Friedhofs von Eyüp liegt ein Café, das ein beliebtes Sonntasausflugsziel für die Bewphner der Stadt ist. Denn man kann dort bequem mit der Seilbahn herauffahren (zu Fuß ist aber auch sehr schön) und hat einen Blick über das gesamte Goldene Horn bis zur historischen Altstadt. Wenn man übrigens schon mal in Eyüp ist, lohnt sich ein Abstecher in die Eyüp-Sultan-Moschee, einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten der Muslime.

Pierre Lotti: eine Aussichtsplattform, auf der viele Istanbuler gerne am Wochenende einen Çay trinken gehen.
Pierre Loti: eine Aussichtsplattform, auf der viele Istanbuler gerne am Wochenende einen Çay trinken gehen.

Der Frisör im Haydarpasa-Bahnhof (Kadıköy)

In der Türkei kostet ein Frisörbesuch für Männer nur wenige Euro. Ein klein wenig teurer, aber mit 10 Lira (3,20 Euro) immer noch sehr bezahlbar ist der Frisör im Haydarpasa-Bahnhof in der Nähe der Fähren in Kadıköy. Es ist nur ein kleiner Frisörsalon, aber ein unglaublich erhabenes Gefühl, in dem alterehrwürdigen Bahnhofsgebäude die Haare geschnitten zu bekommen.

Das Café im Hof der ehemaligen Ali-Paşa-Moschee (Yeniçeriler Caddesi, Fatih)

Istanbul ist so von Touristen überlaufen, dass es schwierig ist, einen schönen Ort zu finden, wo man nicht ständig Deutsch oder Englisch hört. Zumindest noch nicht völlig dem Tourismus anheim gefallen ist das Café Ali Paşa Medresesi in einem Hinterhof in der Nähe des Publıkumsmagneten Großer Bazar. In dem Café gibt es bezahlbaren Tee und gute Nargile/Shisha – und nur ein paar Ausländer verirren sich dorthin.

Fähre vor Eminönü.

Auf Fähren sitzen und Çay trinken

Istanbul ist unvorstellbar ohne seine Gewässer. Der triumphale Bosporus und auch das deutlich kleinere Goldene Horn sind die Ruhepole, die einen Beton und Smog ertragen lassen. Deshalb zählen zu meinen schönsten Istanbul-Erinnerungen die vielen Fährfahrten. Dazu noch ein Çay und das Leben ist schön. Allein dafür lohnt sich übrigens auch eine Bosporus-Rundfahrt.

Published inErasmus in Istanbul