Zum Inhalt

Kategorie: Persönliches

Die kleine Schwester der Liebe. Ein Essay über Freundschaft

Im Alter von 15 Jahren dachte ich, ich hätte mich in einen Jungen verliebt. Ich spürte etwas, das mehr war als Sympathie. Eine tiefe seelische Verbundenheit und das Gefühl, so angenommen zu werden, wie ich bin. Kurz fragte ich mich, ob ich meine sexuelle Orientierung vielleicht doch noch einmal überdenken sollte. Doch bald wurde mir klar, dass ich keinerlei Bedürfnis verspürte, mich ihm auch körperlich zu nähern (was sich bei Mädchen in diesem Alter schon anders verhielt). Zunächst war ich irritiert: Ist das jetzt platonische Liebe? Ich erinnere mich heute noch gut daran, wie ich mir dem Fahrrad durch Mainz fuhr, am Fastnachtsbrunnen vorbei – da hatte ich einen Moment der Klarheit. Was ich spürte, war keine Liebe. Sondern Freundschaft. Tiefe, innige Freundschaft.

Mein Weg an die Deutsche Journalistenschule

Die Einladung zum Auswahlverfahren der Deutschen Journalistenschule erreichte mich an einem Montag im März auf der Toilette der Uni-Bibliothek. Eigentlich hatte ich mich schon nicht mehr getraut, mir eine Chance auszurechnen, nachdem ich zuvor bei Bewerbungen für zwei Volontariate und eine andere Journalistenschule nicht zum Gespräch eingeladen wurde. Doch hier war sie nun: Meine Chance auf einen Traumstart in meinen Traumberuf. Die Deutsche Journalistenschule ist die älteste ihrer Art in Deutschland und hat schon so einige journalistische Prominenz hervorgebracht. In Zeiten, in denen viele etablierte Medien um ihre Existenz bangen, ist der Abschluss dort zwar längst kein Freischein mehr für eine Festanstellung beim Wunscharbeitgeber. Aber es ist wohl immer noch eine der besten Ausgangspositionen für Jungjournalisten.