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Sören Götz Posts

Mein Weg an die Deutsche Journalistenschule

Die Einladung zum Auswahlverfahren der Deutschen Journalistenschule erreichte mich an einem Montag im März auf der Toilette der Uni-Bibliothek. Eigentlich hatte ich mich schon nicht mehr getraut, mir eine Chance auszurechnen, nachdem ich zuvor bei Bewerbungen für zwei Volontariate und eine andere Journalistenschule nicht zum Gespräch eingeladen wurde. Doch hier war sie nun: Meine Chance auf einen Traumstart in meinen Traumberuf. Die Deutsche Journalistenschule ist die älteste ihrer Art in Deutschland und hat schon so einige journalistische Prominenz hervorgebracht. In Zeiten, in denen viele etablierte Medien um ihre Existenz bangen, ist der Abschluss dort zwar längst kein Freischein mehr für eine Festanstellung beim Wunscharbeitgeber. Aber es ist wohl immer noch eine der besten Ausgangspositionen für Jungjournalisten.

Raus aus der Blase, rein in die Kneipe

Manche Kneipen sehen von außen einfach abstoßend aus. An einem Samstagabend habe ich ihnen trotzdem eine Chance gegeben.

Als ich mit Johannes vor dem „Café-Bistro K 6“* stehe, überkommt mich ein großes Unbehagen. Die Fenster sind mit Folie verklebt, dort sind Würfel und Pokerchips abgebildet. Auf der Karte neben der Tür werden „Marakuja saft“ und „Tequlia“ angeboten. Absteigen wie diese lassen Studenten normalerweise links liegen.

Es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz: Der Migrant trinkt seinen Tee, der Arbeiter sein Bier und der Student seine Club Mate immer nur unter seinesgleichen. Wäre es nicht viel spannender, zusammen an einer Bar zu sitzen? Mein Kommilitone Johannes sieht das genauso, und so nahmen wir uns vor, das Gesetz zu brechen. An diesem Samstagabend werden wir nur in Kneipen gehen, in denen Studenten absolut nichts verloren haben.

Was man im Studium wirklich lernt

Gegen Ende der Schulzeit hatte ich eine sehr romantische Vorstellung vom Studium: Endlich auf die Fächer konzentrieren, die mich wirklich interessieren! Endlich wirklich Anspruchsvolles lernen und ein wahrer Bildungsbürger werden! Endlich erwachsen und selbstständig werden! Endlich ganz viel Zeit und Möglichkeiten für Hobbys haben! Nun, da ich nach fünf Jahren mein erstes Staatsexamen hinter mir habe, muss ich über meine damalige Perspektive ein wenig schmunzeln. Wie so oft kam alles anders als gedacht. Ich habe vieles nicht gelernt, was ich lernen wollte. Aber ich habe auch einiges gelernt, dessen Wichtigkeit mir vorher noch gar nicht so bewusst war. Fünf Jahre Studium in sieben Stichwörtern:

Medienrealität: Ein verzerrter Blick auf die Welt

Bad news are good news. Das ist wohl der älteste Grundsatz des Journalismus und bis heute gültig. Hohe Einschaltquoten oder Klickzahlen lassen sich vor allem mit Katastrophen, Verbrechen und Skandalen erreichen. Dass das so ist, kann man nicht den Medienschaffenden vorwerfen, sondern der menschlichen Neigung, dass wir hingucken wollen, wenn etwas Schlimmes passiert. Wer kann schon behaupten, er würde

Was ist dran an der „Lügenpresse“?

„Die etablierten Medien sind doch eh alle gesteuert. Sie sind voreingenommen, berichten immer nur über die gleichen Themen und schlagen immer wieder in die gleiche Kerbe. Sie werden von der Regierung kontrolliert, die ihre Befehle wiederum von den USA empfängt. Unabhängigen Journalismus gibt es in Deutschland nur auf alternativen Internetseiten.“

Derartige Äußerungen höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Nicht nur von Pegida-Anhängern, sondern

Wie weltwärts politische Einstellungen verändert

Kurzzusammenfassung für Eilige

  • „weltwärts“-Freiwillige haben vor der Ausreise im Vergleich zu ihrer deutschen Altersgruppe untypische politische Einstellungen: Sie vertrauen ihren Mitmenschen eher, sind toleranter gegenüber Minderheiten, politisch eher links, extrem demokratisch orientiert und extrem umweltbewusst, zudem postmaterialistischer und weniger stolz auf Deutschland.
  • Diese durchschnittlichen Einstellungen der Freiwilligen haben sich nach „weltwärts“ kaum verändert. Allerdings vertrauen sie ihren Mitmenschen noch mehr und rücken politisch geringfügig weiter nach links.
  • Die Einstellungen eines/einer Freiwilligen lassen sich am besten anhand seines/ihres politischen Interesses vorhersagen. Ist es groß, hat er/sie tendenziell mehr soziales Vertrauen, ist eher links, weniger patriotisch und eher postmaterialistisch.
  • Die Faktoren, die während „weltwärts“ wirken, zeigen geringen Einfluss (was aber auch dem Forschungsdesign geschuldet sein könnte). Allerdings lassen politische Diskussionen mit anderen Freiwilligen und ein heftiger Kulturschock Demokratie wichtiger werden. Gleichzeitig verringert ein Kulturschock das Vertrauen zu Mitmenschen.

Die schönsten Ecken Istanbuls

Ich bin schon seit einer Weile wieder in Deutschland. Doch Istanbul ist inzwischen so ein beliebtes Ziel für Deutsche geworden, dass ich ständig Leute treffe, die bald dorthin reisen werden. Da sie mich dann natürlich sofort nach Tipps fragen, was man dort gesehen haben muss, mache ich mir es etwas einfacher und habe diese Liste erstellt, auf die ich zukünftig verweisen kann. Vielleicht ist sie aber auch für mir unbekannte Menschen, die über meinen Blog stolpern, interessant. Und macht dem ein oder anderen vielleicht sogar Lust auf eine Reise in diese besondere Stadt.

Fazit meines Erasmus-Aufenthalts Teil 2: Warum ich mich auf zuhause freue

Selbst die schlimmste Reise hat immer etwas Gutes: Wir wissen danach, wie schön es zuhause ist. Nun war mein Erasmus-Semester in Istanbul alles andere als schlimm, sondern eine sehr gute Erfahrung. Trotzdem ist mir – wie schon in Malawi – einmal mehr klar geworden, was ich an der Heimat habe.

Ein völlig neues Erlebnis für mich war die Größe der Stadt. Aufgewachsen im mittelgroßen Mainz, nach dem Abi ein Jahr im großen aber dörflichen Lilongwe gelebt, studiert im etwas größeren Mannheim und letztes Jahr drei Monate im sehr beschaulichen Bühl am Rande des Schwarzwalds ein Schulpraktikum absolviert, das waren meine bisherigen Erfahrungen. Während Bühl mir defintiv zu klein war, ist Istanbul mir definitiv zu groß – und zwar mindestens