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Schlagwort: Flüchtlinge

Meine Familie auf der Flucht. 70 Jahre her und doch aktuell wie nie

Gastbeitrag meines Onkels Gerhard Götz

Schulter an Schulter stehe ich im Frühsommer 1963 mit meinem Bruder vor unserem Geburtshaus. Ein Jahr war ich alt, als unsere Familie diesen Ort verlassen musste. Meinem Vater ist diese Reise in die Heimat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Aber da wir nun unser erstes Auto besitzen, haben wir uns auf seinen Wunsch hin auf die Reise in die Vergangenheit unserer Familie begeben. Mit wenigen eigenen Erinnerungen, jedoch mit vielen Erzählungen unserer Eltern und Großmütter im Gepäck, stehen wir hier 850 Meter über dem Meeresspiegel im Erzgebirge, das bei unserer Geburt noch zu Deutschland gehörte. Jetzt ist es Teil von Tschechien. Ein kleiner Bach fließt ruhig plätschernd durch das von Wiesen und Wäldern umsäumte Dorf und nimmt meine Gedanken mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Lässt das Schicksal meiner Familie vor meinen Augen lebendig werden.

Alltagsbeobachtungen

In meinen bisherigen Artikeln war kaum Platz für die Beobachtungen des alltäglichen Lebens in Istanbul. Das möchte ich nun nachholen.

Katzen, überall Katzen

Istanbul ist die Stadt der Katzen. Manchmal habe ich den Eindruck, es gibt mehr Katzen als Menschen. So krass ist es natürlich nicht; aber gerade nachts, wenn ich durch mein stilles und etwas heruntergekommenes Viertel laufe, sind sie es, denen die Straße gehört. Obwohl es Straßentiere sind, lieben die Istanbuler ihre Katzen. Wenige Menschen haben ein Haustier. Stattdessen versorgen alle zusammen die Katzen. Auch wenn ich sie nachts oft im Müll wühlen sehe, füttern die Leute sie vielerorts und eigentlich überall