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Schlagwort: Istanbul

Die schönsten Ecken Istanbuls

Ich bin schon seit einer Weile wieder in Deutschland. Doch Istanbul ist inzwischen so ein beliebtes Ziel für Deutsche geworden, dass ich ständig Leute treffe, die bald dorthin reisen werden. Da sie mich dann natürlich sofort nach Tipps fragen, was man dort gesehen haben muss, mache ich mir es etwas einfacher und habe diese Liste erstellt, auf die ich zukünftig verweisen kann. Vielleicht ist sie aber auch für mir unbekannte Menschen, die über meinen Blog stolpern, interessant. Und macht dem ein oder anderen vielleicht sogar Lust auf eine Reise in diese besondere Stadt.

Fazit meines Erasmus-Aufenthalts Teil 2: Warum ich mich auf zuhause freue

Selbst die schlimmste Reise hat immer etwas Gutes: Wir wissen danach, wie schön es zuhause ist. Nun war mein Erasmus-Semester in Istanbul alles andere als schlimm, sondern eine sehr gute Erfahrung. Trotzdem ist mir – wie schon in Malawi – einmal mehr klar geworden, was ich an der Heimat habe.

Ein völlig neues Erlebnis für mich war die Größe der Stadt. Aufgewachsen im mittelgroßen Mainz, nach dem Abi ein Jahr im großen aber dörflichen Lilongwe gelebt, studiert im etwas größeren Mannheim und letztes Jahr drei Monate im sehr beschaulichen Bühl am Rande des Schwarzwalds ein Schulpraktikum absolviert, das waren meine bisherigen Erfahrungen. Während Bühl mir defintiv zu klein war, ist Istanbul mir definitiv zu groß – und zwar mindestens

Fazit meines Erasmus-Aufenthalts Teil 1: Türkische Sprache und Kontakte zu Türken

In weniger als zwei Wochen geht es für mich zurück nach Hause. Zeit, meinen Aufenthalt Revue passieren zu lassen.

Als ich mich für die Türkei als mein bevorzugtes Land für Erasmus entschieden habe, war ich noch sicher, Lehrer werden zu wollen. Ich erhoffte mir, dass die hier erworbenen Kenntnisse der türkischen Kultur und Sprache mir einen besonderen Draht zu Schülern und Schülerinnen mit türkischen Wurzeln verschaffen würden – schließlich gibt es in deutschen Klassenräumen nicht wenige davon. Aber auch als ich zu zweifeln begann, ob mich der Lehrerberuf glücklich machen würde, war diese Motivation noch lange nicht außer Kraft gesetzt. Denn auch

Ein holpriger Start ins neue Jahr

Zum Jahreswechsel hatte ich allen Grund zur Freude. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war meine Freundin mich für vier Wochen besuchen gekommen. Anfang Januar standen zwar Klausuren an, aber die bereiten mir hier wenig Kopfzerbrechen. Und danach wollten wir für eine Woche nach Çeşme in der Nähe von Izmir fahren, wo es meistens etwas wärmer ist. An Silvester selbst hatte ich meine Erasmus-Freunde zu mir in die Wohnung eingeladen. Es gab ein riesiges Büffet, reichlich Alkohol und um Mitternacht fuhren wir mit dem Taxi ans Meer, um das Feuerwerk zu sehen. Dort gab es statt bunter Explosionen zwar nur Regen und eiskalte Böen zu erleben, aber davon ließen wir uns die Laune nicht verderben und kehrten zu mir nach Hause zurück, um weiter zu feiern. Dafür spielte ich mit meinem Laptop Musik ab. Als ich gerade mal nicht hinguckte, stellte jemand ein Glas Wasser daneben. Und kurz darauf stieß es jemand um. Der Laptop

Tränengas am Heiligabend

Ich hatte nie daran gedacht, an Weihnachten nach Hause zu fliegen. Schließlich bin ich nur fünf Monate hier, das ist kurz genug. Außerdem finde ich es für ein paar Tage unverhältnismäßig, so viel Emissionen zu verursachen. Nicht zuletzt war mir das Weihnachtsfest auch noch nie so wahnsinnig wichtig. Allerdings war ich davon ausgegangen, dass das einige andere Istanbuler Erasmus-Studis auch so sehen und ich mir es mit ihnen in den Stunden gemütlich machen kann, wenn es sich dann doch komisch anfühlt, nicht mit der Familie am Tannenbaum zu sitzen. Vor vier Jahren

Von Atatürk bis Çay: Wahre Klischees über Türken

Letzte Woche habe ich versucht, einige Klischees über Türken zu entkräften. Diese Woche berichte ich von denen, die sich für mich größtenteils bewahrheitet haben. Natürlich mit einem gewissen Augenzwickern…

Viele Türken lieben alles, was gold oder silber ist und am besten noch blinkt

Apotheken blinken aufdringlich, über der Einkaufsstraße hängt seit August weihnachtlich anmutendender Lichterschmuck, am Tannenbaum vor einer katholischen Kirche ist vor lauter Lametta kaum noch ein grüner Fleck zu erkennen und mein Mitbewohner hat zwei goldene Delfine auf seinem Fernseher stehen. Der türkische Mainstream-Geschmack deckt sich

Kopftücher und andere Vorurteile: Falsche Klischees über Türken

Klischees sind oft nicht falsch, sondern nur ein Ausschnitt der Wahrheit. Trotzdem vermitteln sie uns ein verzerrtes Bild von unseren Mitmenschen und können zu Vorurteilen führen. Deshalb habe ich in diesem Jahr mit anderen eine Ausstellung über afrikanische Großstädte organisiert. Jetzt, da ich ein bisschen mit dem Leben in der Türkei vertraut bin, möchte ich dazu beitragen, auch Stereotype über türkischstämmige Menschen zu hinterfragen. So platt, wie ich sie hier aufgeführt habe, werden die Vorurteile natürlich selten formuliert. Aber Überspitzung kann helfen, klarer zu sehen. Und in diesem Fall klarer zu entkräften. Ich bin übrigens natürlich noch lange kein Türkei-Experte: Ich kenne schließlich nur Istanbul – und auch hier nur

Alltagsbeobachtungen

In meinen bisherigen Artikeln war kaum Platz für die Beobachtungen des alltäglichen Lebens in Istanbul. Das möchte ich nun nachholen.

Katzen, überall Katzen

Istanbul ist die Stadt der Katzen. Manchmal habe ich den Eindruck, es gibt mehr Katzen als Menschen. So krass ist es natürlich nicht; aber gerade nachts, wenn ich durch mein stilles und etwas heruntergekommenes Viertel laufe, sind sie es, denen die Straße gehört. Obwohl es Straßentiere sind, lieben die Istanbuler ihre Katzen. Wenige Menschen haben ein Haustier. Stattdessen versorgen alle zusammen die Katzen. Auch wenn ich sie nachts oft im Müll wühlen sehe, füttern die Leute sie vielerorts und eigentlich überall

Meine Zukunft im Kaffeesatz

Ich weiß jetzt, wie meine Zukunft aussehen wird. Geschrieben stand sie in einer Kaffeetasse. Entschlüsselt hat es mir eine Frau, die aussieht wie ein Mann. Kahve falı, Kaffeeprophezeiung, nennen die Türken die Wahrsagerei auf der Basis von Kaffeesatz. Dafür trinkt man einen türkischen Kaffee, der in einer winzigen Tasse serviert wird und ungefiltert ist, so dass sich

Aufenhaltsgenehmigung und andere Höllenqualen

„What is your name? Where do you live?“ Routiniert rattert der Polizeibeamte die Fragen herunter, um mir meine Aufenthaltsgenehmigung auszustellen. „What is your father`s name? Are you a fan of Borussia Dortmund?“ Ich stutze. Dann antworte ich wahrheitsgemäß, dass ich Mainz 05 unterstütze – verschweige aber vorsichtshalber meine Sympathie für Dortmund. „I like Dortmund“, sagt er und grinst mich breit an. „I’m

Roadtrip an der Schwarzmeerküste und Ausflug auf die Prinzeninseln

Das Erasmus-Programm hat den Ruf, dass die teilnehmenden Studierenden vor allem Party machen. Tatsächlich kenne ich niemanden, der ein Semester ins Ausland geht, um sich akademisch weiterzubilden. Stattdessen wollen die meisten das Leben in einem anderen Land ausprobieren und eine gute Zeit habe. Das finde ich kein bisschen verwerflich, da Erasmus vor allem der Völkerverständigung dienen soll. Und wie könnten sich junge Europäer besser kennenlernen, Freundschaften schließen und Vorurteile abbauen als wenn sie

Das Germanistikstudium in der Türkei

Offiziell ist der Hauptgrund meines Aufenthaltes in der Türkei mein Germanistikstudium. Wenn ich aber jemandem erzähle, dass ich als Deutscher in die Türkei gehe, um Deutsch zu studieren, ist derjenige meistens belustigt. Es erscheint doch sehr abwegig, außerhalb Deutschlands der Germanistik zu fröhnen. Im speziellen Fall der Türkei kommt noch hinzu, dass wir uns in Deutschland nur allzugern über Türkendeutsch lustig machen. Tatsächlich mache ich Erasmus nicht zur fachlichen Weiterbildung – sondern

Die ersten Tage in Istanbul

Als ich heute Morgen aufwachte, hörte ich von der Straße her ungewöhnlich viele Geräusche und Stimmen. Dabei ist die Wohnung, in der ich seit fünf Tagen leben, eigentlich sehr ruhig gelegen. Verwundert fragte ich mich, ob wohl die Schotten für ihre Unabhängigkeit gestimmt hätten – aber würde das wirklich die Menschen in Istanbul in Aufruhr versetzen? Ich ging auf unseren kleinen Balkon und sah, dass Männer verschiedenen Alters riesige Sonnensegel über der Straße aufspannten. Außerdem begannen andere, Kisten aus Lieferwägen zu laden. Da fiel es mir wieder ein: